Am 2. Februar wird das Fest gefeiert. Es ist auch bekannt als "Maria Lichtmess".
Aus der Ikonenwerkstatt St. Lukas in Obersasbach, von der die Ikone stammt, schreibt Diakon Alexander Rich:
Das Fest erinnert an eine Begegnung. Wir verstehen darunter die Begegnung des Gotteskindes und der Gottesmutter mit dem gerechten Simeon und der Prophetin Hanna im Tempel von Jerusalem. Dies geschah so: Es waren vierzig Tage seit der Geburt des Erlösers vergangen. Die Allheilige Jungfrau kam zusammen mit dem heiligen Josef, mit dem sie verlobt war, gemäß der Sitte aus Betlehem nach Jerusalem. Sie brachten das Kind Jesus in den Tempel, um das Gebot zu erfüllen, das vom Herrn durch seinen Propheten Mose gegeben worden war. Diesem Gebot nach musste man, erstens, nach der Geburt eines Kindes Gott ein Opfer darbringen und das Gebet eines Priesters erhalten. Zweitens musste man das Kind in den Tempel bringen und es so Gott weihen. Das Opfer war gewöhnlich ein einjähriges Lamm. Den Armen war es erlaubt, anstatt des Lammes auch eine oder zwei Tauben darzubringen.
In jener Zeit kam der greise Simeon durch eine Eingebung des Heiligen Geistes in den Tempel. Er war ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der sein ganzes langes Leben auf die Ankunft des Erlösers Christus gewartet hatte. Simeon wusste, dass die Zeit Seiner Geburt bereits gekommen war, weil alle Prophezeiungen der Heiligen Schrift über Ihn schon erfüllt waren. Der Heilige Geist hatte Simeon versprochen, er werde so lange nicht sterben, bis er den Messias mit seinen eigenen Augen gesehen habe. Als der fromme Greis auf die Allreine Jungfrau mit dem Kind in den Armen blickte, sah er die Gnade Gottes, die sie wie eine Wolke umgab. Der Heilige Geist offenbarte ihm, dass dies der von ihm erwartete Erlöser sei. Simeon trat eilig heran und nahm mit großer Freude und Ehrfurcht das Kind in die Arme, und sprach die prophetischen Worte, im Bewusstsein, dass für ihn die Zeit gekommen war, in die Ewigkeit einzugehen: “Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“
Über dieses Fest gibt es auch Sprichwörter und Volksregeln. Man sagt, dass sich an diesem Festtag der Frühling mit dem Winter trifft, d. h. in der Natur ein Wandel vor sich geht, vom Winter- zum Frühlingswetter. Viele Volksregeln sprechen an diesem Tag von der Ernte. Das Fest der Begegnung des Herrn wird in goldenen oder blauen liturgischen Gewändern gefeiert.
Die Darstellung Jesu im Tempel ist der Moment, in dem aus dem Alten Bund der Neue Bund erwächst: Symbolisch wird der Vorhang des Tempels geöffnet. Simeon erkennt dies und preist Gott. Doch der Neue Bund wird auch Schmerzen bringen. Der weise Simeon prophezeit, dass Jesus harten Widerspruch erfahren und ein Schwert Marias Seele durchdringen wird. Schon hier wird der Blick auf das Ende gelenkt. Auch heute noch bringen viele Eltern ihre Neugeborenen zur Taufe in die Kirche. Auch sie folgen dabei einer alten Sitte. Oft ist es auch für sie ein Aufbruch in eine neue Zeit und Sorgen, Ängste und Enttäuschungen werfen ihre Schatten voraus. Für manche ist dieser Aufbruch mehr als nur der irdische Lauf der Dinge. Durch die Taufe wird sichtbar, dass das Kind in den Neuen Bund aufgenommen ist. Dies richtet sich auch an die Eltern, denen Gottes Zuspruch Hoffnung, Kraft und Zuversicht für die kommende Zeit schenken will.