Am Standort der heutigen katholische Liebfrauenkirche befanden sich mehrere Vorgängerkirchen. Als erster überlieferter Bau gilt eine Franziskaner-Klosterkirche der Barfüßer aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde im Holländischen Krieg (1675) bis auf den Chor zerstört. Vier Jahre später wurde notdürftig ein Zelt am Chor befestigt, das 1699 einem Notbau wich. 1704 wurde die Kirche im Spanischen Erbfolgekrieg völlig zerstört.
Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche 1940 völlig aus und musste gesprengt werden. Der heutige Bau entstand nach einem Entwurf des Freiburger Architekten Gregor Schröder aus dem Jahr 1953. Der erste Gottesdienst fand hier am 22. November 1953 statt.
Zum Gedenktag des heiligen Fridolin
Der 6. März ist der Gedenktag des heiligen Fridolin. Seit dem Jahre 1627 ist der heilige Fridolin Stadtpatron von Neuenburg am Rhein, wie uns ein Beschluss des Rates der Stadt aus jenem Jahr berichtet. Der Neuenburger Stadtrat legte damals das Gelübde ab, alljährlich zum Festtag des Heiligen am 6. März eine große Kerze an den Schrein des heiligen Fridolin in das Münster nach Bad Säckingen zu schicken, damit durch seine Fürsprache die Stadt vor Ungemach bewahrt bleibe. Jedes Jahr nimmt in Erfüllung dieses Gelübdes eine mächtige Motivkerze ihren Weg nach Bad Säckingen, wo sie immer sonntags zu Ehren des Neuenburger Stadtpatrons, gemäß des Ratsbeschlusses "zu brennen" hat.
In der Neuenburger Liebfrauenkirche erinnert eine aus dem untergegangenen Münster stammende Statue aus dem 16. Jahrhundert und eine, vor einiger Zeit eingebrachte Reliquie des heiligen Fridolin, ein Geschenk der Münsterpfarrei Bad Säckingen an die Stadt Neuenburg am Rhein und die Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, an den Stadtpatron. (Quelle: Stadtarchiv Neuenburg am Rhein)
Wallfahrtskapelle Heilig Kreuz
Umgestaltung in der Wallfahrtskapelle Heilig Kreuz
Nach Rücksprache mit dem Stiftungsrat wurde das Altarbild der Wallfahrtskapelle Heilig Kreuz aus Sicherheitsgründen in das Museum in Neuenburg gebracht. In Eigenleistung wurde die Wand neu gestrichen – ganz herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben. Besonderen Dank an Karl-Heinz Blank von der Kolpingsfamilie für die Organisation und Hans-Jörg Orth für seine finanzielle Hilfe. Bei dieser Gelegenheit allen auch einmal einen herzlichen Dank dafür, die sich so ganz selbstverständlich um die Kapelle kümmern, sei es ` öffnen oder schließen ́, sei es beim Saubermachen, Blumenschmuck, Reparaturen... oder auch beim Mesnerdienst, wie auch immer: Vergelt's Gott! Die Statue „Jesus, der Menschenfreund“ fand in der Wallfahrtskapelle einen neuen Platz. Bis zur Renovierung stand die Statue in St. Barbara, Steinenstadt.
Winfried Studer schreibt zur Geschichte des Bildes: In der Brandschatzung der Stadt durch die Franzosen 1675, blieb nur die Kapelle verschont, während die Stadt in einem Schutthaufen versank. Nicht so 1704, in der abermaligen Verwüstung der Stadt durch die Soldaten Ludwigs XIV. Nur die Fundamente der Kapelle und der Altarunterbau blieben erhalten. Das historische Kreuz blieb jedoch unbeschädigt.
Nach dem Frieden von Rastatt war die Heilig-Kreuzkapelle eines der ersten Bauwerke, das die Neuenburger, die 10 Jahre nicht in ihre 1704 zerstörte und eingeebnete Stadt zurückkehren durften, errichteten. Im Mai 1714 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Am 1. Mai 1715 war das Werk vollendet und am 8. Juni 1716 wurde die Kapelle vom Konstanzer Weihbischof Ferdinand von Geist geweiht.
Im Zweiten Weltkrieg versank die Kapelle mitsamt der Stadt abermals in Schutt und Asche. Auch bei dieser Zerstörung blieb das aus dem 13. Jahrhundert stammende Kreuz, Mittelpunkt der Kapelle und der Wallfahrt, unbeschädigt.
Das Altarbild kam vermutlich 1715/1716 auf den Hauptaltar der neu erbauten Heilig-Kreuzkapelle. Es konnte bei der abermaligen Zerstörung der Kapelle im Jahre 1944 gerettet werden und kam nach dem Wiederaufbau der Kapelle im Jahre 1964 wieder nach Heilig-Kreuz.
Bei der umfassenden Renovierung der Kapelle im Jahre 1992 fand das „unter Denkmalschutz" stehende Bild seinen Platz in einer Nische der Kapelle, nachdem das Wallfahrtskreuz einen neuen Platz im Chor der Kapelle fand.
Untersuchung zum Altarbild: 1988 hat die Stadt beim Atelier für Restaurierungen Emil J. Geschöll in Freiburg eine Untersuchung des Bildes in Auftrag gegeben. Geschöll stellt fest: „Leinwandbild über dem Altar: Eine künstlerisch qualitätvolle Harz-Öl-Malerei auf Leinwandbildträger ausgeführt. Etwa aus der Zeit um 1680. Darstellung einer Kreuzigungsszene, im Hintergrund Szenen aus dem Leidensweg Christi. (Maße: 152 x 110 cm). Das Bildwerk war ursprünglich nicht in der Weise gerahmt, wie es heute der Fall ist." (Es folgen nun einige Hinweise zur Bildbeschaffenheit und zum Bildzustand, die aber in diesem Zusammenhang nicht von Interesse sind.)
Zum Wert des Bildes kann man nichts sagen. Wie soll man ein derartiges, auch stadtgeschichtlich wertvolles Bild bewerten? Wenn ein - auch geschichtlich für die Stadt - wertvolles und einmaliges Objekt verloren geht, kann es auch nicht mehr durch eine von einer Versicherung zu zahlende Versicherungssumme ersetzt werden. Deshalb ist es unsere besondere Pflicht, das auf uns gekommene historische Erbe mit größter Sorgfalt zu pflegen und den kommenden Generationen zu erhalten.
Lourdes-Grotte an der Wallfahrtskapelle Heilig Kreuz
Es ist ein besonderer Ort, ein Ort der Kraft, an dem die Neuenburger vermutlich im 14. Jahrhundert um ein wundertätiges Kreuz die Heiligkreuz-Wallfahrtskapelle errichtet haben. Über alle Jahrhunderte, bis zum heutigen Tage, wird die kleine Wallfahrtskapelle gerne aufgesucht. Oft machen auch Touristen bei der Kapelle eine für Körper und Seele erholsame Rast.
Wer in der Dunkelheit an der Kapelle vorbei kommt, sieht, dass auf ihrer Nordseite kleine Lichter brennen. Sie werden von Gläubigen vor einer Marienstatue entzündet, die im Jahre 1970 von den Eheleuten Otto und Maria Kappeler von einer Wallfahrt nach Lourdes mitgebracht wurde und dort in großer Dankbarkeit errichtet wurde. Die Stifterfamilie Kappeler-Saurer hat die Statue in einer von ihr in Eigenleistung errichteten, der Erscheinungsgrotte in Lourdes nachempfundenen Grotte zur Verehrung aufgestellt.
Die Lourdesgrotte bei der Heilig Keuz-Kapelle ist neben vielen anderen Mariendarstellungen in Neuenburg am Rhein ein weiteres Symbol der Verbundenheit der Neuenburger zur Gottesmutter, der Schutzpatronin der alten Reichsstadt und ihrer Stadtpfarrkirche, der Liebfrauenkirche.








