Wort-Gottes-Feiern

 
Samstag, 14. Februar, um 18:30 Uhr in Müllheim
 
Euer Ja sei ein Ja – Aufrichtig leben
Wort – Gottes – Feier mitgestaltet von Semueba
Woran orientiere ich mich in meinem Leben? An meinem eigenen Bedürfnis, am Ansehen und der Anerkennung durch andere? An Regel, Vorschriften, Gesetzen oder höre ich auf zu denken und ordne mich der Macht unter, die am lautesten schreit?
Wie also sollen wir leben? Reicht es sich akribisch an die Regeln und Vorschriften, die Weisungen und Geboten zu halten? In der Bergpredigt fordert Jesus ein anderes, tieferes Verständnis der Weisungen. Er fordert eine Herzenshaltung, die weit über das Gesetz hinaus geht. 
Er fordert Aufrichtigkeit, innen wie außen, vor uns selbst und vor dem anderen. Eine Wahrhaftigkeit, die keine Schwüre mehr braucht. Jesu Vision einer gerechten Welt nimmt ihren Anfang in uns. Er glaubt an uns. Tun wir es auch?
In der Wort-Gottes-Feier am Samstag, 14. Februar, um 18:30 Uhr in der katholischen Kirche Müllheim nähern wir uns der Bergpredigt und Jesu Vision einer neuen Tiefe des Glaubens. Wir laden Sie herzlich ein, sich gemeinsam mit uns auf diese Worte einzulassen, ihnen nachzuspüren und zu entdecken, was sie für unser Leben heute bedeuten können. Die Wort-Gottes-Feier wird begleitet von Semueba und neuen geistlichen Liedern. 
Neugierige sind herzlich willkommen!
 
 „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...“ (Mt 4,4)

„Am Leben Gottes, der Dreifaltigkeit der Liebe, teilzuhaben, ist ... »vollkommene Freude« (vgl. 1 Joh 1,4). Und es ist die Gabe und unverzichtbare Aufgabe der Kirche, die Freude zu vermitteln, die aus der Begegnung mit der Person Christi kommt, dem Wort Gottes, das mitten unter uns gegenwärtig ist.
In einer Welt, die Gott oft als überflüssig oder fremd empfindet, bekennen wir wie Petrus, dass nur er »Worte des ewigen Lebens« (Joh 6,68) hat. Es gibt keine größere Priorität als diese: dem Menschen von heute den Zugang zu Gott wieder zu öffnen, zu dem Gott, der spricht und uns seine Liebe mitteilt, damit wir Leben in Fülle haben (vgl. Joh 10,10).“ (aus „Verbum Domini“, Papst Benedikt XVI., 2010)
Ohne Worte, ohne Ansprache, Rede und Gegenrede geht der Mensch ein (siehe Kaspar Hauser). Bereits ein freundliches Wort, ja schon ein hörinteressiertes Ohr beginnen, eine kommunikationsfrische Atmosphäre anzuregen. Aber es gibt auch das zuschüttende, blockierende und übergriffige Sprechen, Worte, die uferlos über einen herfallen, ein Sprechen, das beleidigt, verletzt, zum Rufmord wird.
Wo höre ich neben der „Spreu“ Worte von „Ewigkeitswert“, wer spricht sie? In welcher Situation empfange ich sie?
Johannes beginnt sein Evangelium: „Im Anfang war das Wort... ." Von Gott her tönt durch die ganze Schöpfung sein Klang: aus dem Rotkehlchen, dem Gänseblümchen, dem Planet Jupiter, der Hohen Zinne in den Dolomiten... Und immer ist es die Klangfarbe der alles verbindenden Liebe, die uns zuspricht: „Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, gebe ich für dich ganze Länder und für dein Leben ganze Völker“ (Jes43,4). Und es ist uns bezeugt, dass Gott noch mehr gibt: das ganze Wort, ausgefaltet im Gottmenschen Jesus Christus - das zusagende, mitfühlende, verstehende, barmherzige, aufrichtende, ermutigende, heilende... Wort.

Nicht nur unsere Gottesdienste sind Orte dieses Wortes. Unzählige Gelegenheiten für das Hören und für das eigene Weitersprechen in der Gestimmtheit Jesu warten täglich auf uns. Und doch baut die Regelmäßigkeit im Hören und Mitsprechen des ankommenden Gotteswortes am geprägten Ort mit dem Namen «Sonntag» den Menschen auf längere Zeit hin betrachtet anders auf, als dort, wo er die Wieder-Holung nicht sucht und wahrnimmt.

Diesem Aufbau des Wortes in uns selbst dienen auch die Wort-Gottes-Feiern, die begonnen haben, unser gottesdienstliches Leben mitzutragen. Sie sollen weiterhin Nahrungsmittel für Seele und Geist in unseren Gemeinden werden.

Wir sind eingeladen an den Tisch des Wortes und es ist derselbe Christus, der uns in seinem Wort, im Brot des Mahles und im Kelch des Heils göttliches Leben schenkt. Der menschgewordene Gott spricht aus dem Mund Jesu: "Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben!" (Joh6,63)
Das sind Worte von Ewigkeitscharakter, Worte, von denen „der Mensch lebt“, Worte, die befreit sind von Affekten und unfreien und böswilligen Intentionen, wie sie – eher ungewollt – mein Denken und Sprechen hie und da hervorbringt. Das Wort Jesu baut Gemeinschaft auf: mit Gott und den Mitmenschen.

„Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens... verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus" (vgl 1 Joh 1,1ff).

Komm, du Geist, der uns das Wort schenkt, das verbindet, tröstet und heilt!

Klaus Nepple, Pastoralreferent

 

 
Leiter und Leiterinnen der Wort-Gottes-Feiern
Ursula Glaisner, Silvia Grün und Bernhard Rimmele
Leiter und Leiterinnen der Wort-Gottes-Feiern mit Urkunde beauftragt von Erzbischof Stephan Burger
Brunhilde Hergert und Markus Gutting