Jedes Wochenende, wenn ich im Schwarzwald bin, fallen mir Veränderungen auf, werden mir Informationen mitgegeben. Über den Wald und dessen Zustand, von Förstern, Bauern oder Wanderern, Nachbarn und Bekannten. Auch erlebe ich selbst, durch Spaziergänge und näherem Befassen, was geschieht. Gleichwohl bleiben es Meinungen, Erläuterungen mit subjektivem Einfluss. Und doch haben viele dieser Meinungen auch ihre durch Beobachtung gegebene Wahrheiten.
Der Wald aus der Sichtweise einer jungen Erwachsenen.
21.11.2023 |
Also was fällt mir denn auf? Die Monokultur Fichte der Gemeinde Feldberg und Umgebung, mit einem nicht zu übersehenden braunen Anteil. Die Bäche, die früher mindestens 1 Meter breit waren, sind nun beinahe zugewachsen oder gerade am Zuwachsen. Douglasien-Ansammlungen als Maßnahme gegen die Monokultur, die von Wild angeknabbert wurden und zum größten Teil nun nicht mehr überlebensfähig sind. Aber auch an der Rinde von gefallenem Holz sichtbar: Borkenkäferindizien! Und das leider in beinahe jedem Ster Holz oft auch gehäuft zu sehen. Stürme und Trockenheit, mit fatalen Konsequenzen für den Flachwurzler Fichte. Viele Nadelbäume die einst gesund waren, liegen am Boden. Aber sie dienen Pilzen, Insekten und Mikroorganismen als Nahrungs- und Behausungsgrundlage.
Die Holzpreise sind auch ein Grund für den Schwund des Waldes. Einige Waldbesitzer fällen oder lassen ihre Fläche fällen. Der Grund: Der Preis pro Ster ist auf einem seltenen Hoch! Oder es rentiert sich nicht, Förster zu engagieren, den eigenen Wald zu pflegen, oder die Arbeit ist zu zeitintensiv. Also kann man das Land ja verkaufen und alles zuvor rausholen, was nur möglich ist. An sich eine profitable Überlegung. Nur für wen ist es wirklich rentabel? Aber manchmal liegt es auch einfach an den Witterungsverhältnissen, am Wild oder, oder, oder. Qualität, Quantität.
Wir sind ein Produkt unserer Umwelt und machen Produkte durch unsere Umwelt.
Letzten Winter, gab es beinahe keinen Schnee. Der Tourismus im Feldberg hat stark abgenommen. Viele Absagen für Ferienwohnungen, Hotels und Herbergen. Kaum Schnee, kaum Ski also kaum Hunger, kaum Logie! Aber wenig Schnee bedeutet auch, dass das Grundwasser kaum aufgefüllt wird.
Es ist natürlich nicht nur so, dass es schlechte Beobachtungen gibt. Der Biber zieht seine Kreise immer größer in der Gemeinde Feldberg, manche freuen sich hierüber, manche nicht. Aber es entstehen mehr Tümpel ähnliche Flächen, die der Fichte zum Teil zugutekommen. Auf jeden Fall profitieren einige Insekten hiervon, denn die meisten Insektenlarven beginnen ihr Leben im Wasser und das kommt einigen Fressfeinden entgegen. Und natürlich auch deren Fressfeinden und am Ende des Kreislaufes auch uns Menschen!
Ich möchte zum Nachdenken anregen, sich seine pflanzliche Umgebung bewusster anzuschauen. Die Komplexität zwischen Politik, Wirtschaft und auch Ökologie ist riesig, umfassend und teilweise sehr spezifisch. Alles baut aufeinander auf oder liegt im engeren oder weiteren Zusammenhang zueinander und auch gegeneinander. Aber, wir können uns trotzdem damit befassen. Sicherlich nicht mit allem. Es ist ein teilweise belastendes und sehr umfassendes Thema, Klimawandel. Unser Planet wandelt sich stetig, das ist auch das einzige, dass sich nicht verändern wird. Also lasst uns mit den Veränderungen mitgehen und das Beste daraus machen! So wie wir uns anpassen, wenn die Preise sich ändern. Oder so wie wir uns verändern! Also was können wir tun? Beobachten, berichten, Mut machen. Es passiert etwas, das uns alle betrifft. Lasst uns doch gemeinsam etwas dafür tun. Wir können das.

